NEOPREN & ATEMLUFT:

Die erste eigene Tauchausrüstung

Tauchausrüstung / 19. September 2017

Nachdem man seinen Tauchschein hat und auch einigemale mit einem Tauchcenter abgetaucht ist, stellt man schnell fest, das es ziemlich nervig sein kann, wenn du bei jedem Tauchgang andere Ausstattung hast. Mal ist der Tauchanzug in deiner Größe vergriffen oder das Tarierjacket wird dir eine Nummer kleiner gegeben. Oder aber du bekommst schlicht und ergreifend Ausrüstung eines anderen Herstellers, welche sich komplett anders verhält, sitzt oder im ungünstigsten Fall kneift und nervt.

Hat man das aber alles überwunden, kommt man irgendwann zu dem Entschluss, das eine eigene Tauchausrüstung her muss, damit nicht jeder erste Tauchgang zu einem „Check Dive Event“ wird. Am besten ist es natürlich, wenn man in den sauren Apfel beißt und sich die gesamte Ausrüstung auf einen Schlag kauft. Es gibt auch interessante Komplettpakete in diversen Tauchshops zu finden, bei denen man einige hundert € sparen kann. Die erste Überlegung sollte aber immer sein, in welcher Region und welchen Gewässern möchte man tauchen gehen? Ich habe meinen Tauchschein in Costa Rica bei MAD ABOUT DIVING gemacht und dort reichte ein dünner Neoprenshorty mehr als aus zum tauchen, da die Wassertemperatur auf allen relevanten Tiefen um die 27° lag.

Cressi Castoro

Cressi Castoro (5mm) & Cressi Castoro Plus (7mm)

Cressi Castoro (5mm) & Castoro Plus (7mm)

Cressi Castoro (5mm) & Castoro Plus (7mm)

Taucht man dagegen überwiegend im Mittelmeer, Adria etc. oder in heimischen deutschen und österreichischen Seen, dann wird man feststellen und von erfahrenen TaucherInnen hören, das man am besten in einen 7mm Neoprenanzug investiert, Haube und Handschuhe und eventuell auch eine Eisweste oder diverse Unterzieher. Ich habe mich vor dem Kauf ausgiebig informiert und bin dann auf den CRESSI CASTORO PLUS gestossen, welcher vom Preis- /Leistungsverhältnis wirklich sehr gut war. Für im Schnitt ca. 150€ erhält man wirklich einen Tauchanzug, welcher alles bietet, was man von einem guten Markenanzug erwartet, ohne das man sein Budget gleich dermaßen belastet, das man eventuell am Regulator sparen müsste.

Als Unterzieher habe ich mich für einen MARES MANTA SHORTY 2.2mm entschieden, weil er erstens gut aussieht, nicht zu dick ist, man diesen Anzug auch selbst zum Schnorcheln verwenden kann, er aber zwischen den Tauchgängen auch noch warm hält, ohne das man im dicken Neoprenanzug stecken muss. Gerade am Ende des Sommers, ist es sehr angenehm, wenn man noch ein klein wenig mehr Neopren an hat. Im Hochsommer bei über 30° kann man das allerdings vernachlässigen. Da reichen Badehose oder Badeanzug, während man seine Oberflächenpause macht.

Weiterhin habe ich für mich die SEAC TEKNO HAUBE entschieden. Jetzt fragen sich Tauchanfänger, brauche ich das überhaupt? Auch ich habe anfangs gedacht, das ist doch total übertrieben und auch ein wenig peinlich, mit diesem Ding auf dem Kopf auf dem Boot zu sitzen, während man auf den Einstieg wartet. Doch mit mehr und mehr Tauchgängen, kommt man auch immer tiefer und wenn dann die Wassertemperatur auf 30m Tiefe nur noch 15°C hat, merkt man ziemlich schnell, das es peinlicher ist, einen Tauchgang abzubrechen, weil einem kalt ist. Und so gehört die Haube mittlerweile bei jedem Tauchgang mit zur Standardausrüstung. Egal ob es ein nicht so tiefer Tauchgang wird, es macht einfach keinen Sinn, sie nicht anzuziehen, weil sie am Ende nur Vorteile hat. Jedenfalls in meinen Augen. Die Haube selbst habe ich gewählt, weil sie am Hals das Glatthautneopren hat, welches am Halsansatz des Anzuges besonders gut dichtet und sie sah in meinen Augen deutlich besser aus, als die von anderen Herstellern.

Ähnliche wie mit der Haube, verhält es sich mit den Handschuhen. Ich tauche mit CRESSI HIGH STRETCH NEOPREN HANDSCHUHEN in der 5mm Version. Auch hier denkt man zuerst, die Dinger behindern einen nur und man braucht sie nicht. Aber wie der Kopf, sind auch besonders Hände empfindlich auf Temperaturenschwankungen und können dich, beim tauchen ganz schnell in die Situation bringen, das du leicht panisch wirst, weil dir kalt wird. Der Nachteil das man an Land damit etwas langsamer ist und eventuell etwas mehr Hilfe benötigt, wird durch das schöne, warme Feeling unter Wasser mehr als ausgeglichen. Es bietet dir vorallem auch das Gefühl von Sicherheit und Schutz und du tauchst relaxed deine Bahn. Und zu guter Letzt ziehen wir auch vernünftige Neopren-Füßlinge an. Ich selbst habe mich für die CRESSI ISLA 7mm entschieden. Der Grund ist einfach, das sie gut aussahen, bequem sind und ich mir gedacht habe, wenn ich dann auch noch das ABC-Set von CRESSI kaufe, werden diese sicherlich am besten passen.

Wie du sicherlich mittlerweile mitbekommen hast, habe ich die Ausrüstung so vorgestellt, wie man sie auf dem Boot anzieht. Jetzt wo wir von Kopf bis Fuß in mollig-warmen Neopren verpackt sind, ziehst du normalerweise deine Tarierjacke oder auch einfach BCD genannt an, welches du schon komplett mit Flasche und Regulator aufgebaut hast. Für den Tauchanfänger bietet sich hier einfach das CRESSI START PRO 2.0 BCD an. Ich habe es gewählt, weil es zum einen einige Features wie Bleitaschen mit Schnellabwurffunktion hat als auch es von vielen Tauchbasen als Leih-BCD verwendet wird, weil robust und von der Qualität somit ziemlich gut, der Preis dazu von ca. 300€ aber wirklich im Rahmen bleibt. Da mir das Tauchen mittlerweile aber wirklich sehr viel Spaß macht, hätte ich aus heutiger Sicht tatsächlich das nächst größere der CRESSI REIHE gewählt. Doch ich bin nach wie vor sehr zu frieden damit und es hat trotz 20 Tauchgängen damit. noch absolut keine Abnutzungsspuren.

Das Wichtigste sollte man nicht vergessen. Der Regulator! In verschiedenen Tauchbasen habe ich meistens einen Scubapro Atemregler erhalten. Da ich es nicht besser wusste und mir die Erfahrung fehlte, bin ich damit häufig abgetaucht, obwohl für meinen Geschmack der Atemwiederstand recht hoch ist. Der Atemregler hatte für mein Empfinden zwei Stufen. Je nachdem wie stark man eingeatmet hat, wurde entweder wenig oder viel Luft abgegeben, was aber leider kein natürliches Atmen war. Ich suchte also nach einem Regler der dieses besser konnte und wurde beim MARES ABYSS 22x auch fündig. Der erste Tauchgang damit war einfach unglaublich. Das Atmen funktionierte wie an Land. Einfach leicht und ohne Widerstand und das gab mir auch dementsprechend eine unglaubliche Sicherheit und ein tolles Gefühl. Während ich bei der Verwendung des Scubapro immer das Thema atmen und wird das auch alles funktionieren, wenn du entsprechend tief bist hatte, war dieses Thema mit dem MARES ABYSS 22x vollkommen weg. Ein natürliches Atmen und dadurch im Endeffekt noch mehr Spaß beim abtauchen. Nebenbei ist der MARES ABYSS 22x mit dem CWD-Kit auch noch kaltwassertauglich und erlaubt mir ohne große Neuanschaffung, auch das tauchen in den heimischen Seen.


Ganz am Schluss schlüpfst du dann in deine Flossen und ziehst die Tauchmaske an. Hier kannst du dich eigentlich nach persönlichem Geschmack und Passform orientieren. Die Tauchermaske sollte ein möglichst kleines Volumen haben, damit du beim ausblasen schnell fertig bist. Die Flossen sollten Taucherflossen sein und nicht Apnoeflossen. Wobei ich auch schon mit TaucherInnen unterwegs war, die auch mit meterlangen Apnoeflossen getaucht sind. Also jeder wie er mag und es ihm gefällt.

Ein ebenfalls nicht unwichtiges Teil deiner Ausrüstung sollte der Tauchcomputer sein. Dieser berechnet fortlaufend während deines Tauchganges deine Nullzeit, protokoliert die Tiefen, die Temperatur und vieles mehr. Er ist somit sehr viel genauer, als es eine Tabelle sein kann. Gerade wenn du in tiefere Tiefen tauchst und dich mal ein paar Minuten bei 30m und tiefer aufhälst, siehst du ganz schnell, wie schnell deine Nullzeit weniger wird und du besser wieder auftauchst, bevor aus deinem Nullzeit Tauchgang ein Deko-Tauchgang wird, welchen Sporttaucher auf jedenfall verhindern sollten.

Zur Erinnerung findest Du hier noch einmal die Teile der Tauchausrüstung aufgelistet die mit steigendem Erfahrungslevel zu der Grundausstattung eines jeden Tauchers gehören :

  • ABC Taucherausrüstung (Maske, Schnorchel, Flossen)
  • Tauchcomputer
  • Tarierjacket (BCD)
  • Lungenautomat mit Oktopus
  • Tauchanzug, Kopfhaube, Handschuhe, Füsslinge etc.
  • Tauchlampe
  • Safety Boje ggf. mit Reel
  • Pressluftflasche, Bleigurt, Blei etc.
  • Tauchtasche, Transportbox
  • Zubehör (Tauchmesser, Kompass, DIN Adapter usw.)
  • Unterwasserkamera

Wie Du siehst kommt da schon eine ganze Menge zusammen und man könnte die Liste sicherlich auch noch um einiges erweitern, wenn man spezielle Gebiete des Tauchsports mit einbezieht.







Denis Sever-Seni




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